Seelsorge und Lebensgemeinschaft Arche Pegau
Die Seelsorge und Lebensgemeinschaft Arche Pegau wurde im Juni 2003 von Walter und Hanna Zink gegründet. Damals entstand der Wunsch, Menschen in Krisen beizustehen und ihnen, wenn nötig, einen Platz zu bieten, an dem sie diese bearbeiten und evtl. auch lösen können.
Krisen, im engeren Sinne, können sein:
Hierfür wurde im Jahr 2001 eine alte „Schokoladenmaschinenfabrik“ gekauft und Stück um Stück, oft in Eigenleistung, in eine soziale Einrichtung umgewandelt. Es entstanden 5 Wohnplätze, in denen Menschen verschiedener Hintergründe leben können. Diese befinden sich im Neubau, dem „blauen Haus“, der auf das obere Stockwerk der „alten Fabrik“ aufgesetzt wurde. In diesem Teil des Gebäudes befindet sich auch eine von den „Mitlebenden“ gemeinsam genutzte Wohnküche.
Ende diesen Jahres werden wir die zweite Ausbaustufe fertig stellen. Diese beinhaltet einen großen Gemeinschaftsbereich mit großem Saal und Küche und einem kleinen Büro. In diesen Räumen werden gemeinsame Veranstaltungen der „Arche“ stattfinden, wie das Mittagessen und Feierlichkeiten.
Bis zum Jahr 2008 möchten wir in einer dritten Ausbaustufe weitere 3 Wohnplätze fertig stellen. Zu diesem Zeitpunkt werden dann bis zu 8 Menschen mit den Mitarbeiterfamilien in der Arche leben können. Diese drei Wohnplätze befinden sich im Obergeschoss der „alten Fabrik“, dem "gelben Haus". Auch in diesem Wohnbereich wird es ein gemeinsam genutztes Wohnzimmer und eine Küche geben.
Im März 2005 kam eine zweite Familie zur Lebensgemeinschaft als Mitarbeiter hinzu. Die beiden Familien betreuen nun gemeinsam die 5 "Mitlebenden".
Das tägliche Leben in der Lebensgemeinschaft ist stark durch bauliche Aktivitäten in und an der „Arche“ geprägt. Nach der allmorgendlichen Andacht um 7.45 Uhr, beginnt ca. 30 min später das praktische Arbeiten. Jeder Mitlebende verpflichtet sich, nach seinen Möglichkeiten, sich in die „Arche Lebensgemeinschaft“ einzubringen. In der Arbeitszeit zwischen 8.15 Uhr und 16.00 Uhr, werden Arbeiten und Aufgaben entweder im Garten, Holzbereich, Hauswirtschaft oder auf dem Bau erledigt. Dazwischen liegen um 10.00 Uhr eine kurze Pause und um 12.30 Uhr ein gemeinsames Mittagessen mit 1 Std. Pause. Um 16.00 Uhr gibt es eine gemeinsame „Abschlussrunde“, um den Tag auszuwerten. In dieser Runde werden die Dinge, die den Tag betreffen besprochen. Von Konfliktlösungen in der Gruppe, bis zu allgemeinen Absprachen, wird alles besprochen, was die Gruppe angeht. Mittwochs finden für jeden „Mitlebenden“ verpflichtend Einzelgespräche statt, um die eigene Lebensgeschichte und die damit verbundenen seelischen „Verletzungen“ aufzuarbeiten. Ab 16.00 Uhr gehen die „Mitlebenden“ ihrem Haushalt und ihrer Freizeit nach.
Integration in die Gesellschaft, als wichtiger Schritt in der Persönlichkeitsentwicklung und Krisenbewältigung
Auf dem Grundstück der „Arche“ sind im Laufe der letzten 2 Jahre zwei Firmen ansässig geworden, die wir mittelfristig in das Konzept der „Arche“ integrieren wollen. Eine Dienstleistungsfirma mit Dienstleistungen für Haus, Hof und Garten sowie eine Tischlerei. Hiermit möchten wir einen Beitrag zur Reintegration der Menschen, die bei uns leben, in die Gesellschaft leisten. Nach unserem Verständnis hilft eine Aufgabe einem Menschen dabei, seine Krisen zu bewältigen. Ausbildung ist in diesem Zusammenhang ein wichtiger Schritt, weil wir die Erfahrung machen, dass die Menschen, die im üblichen zu uns kommen, über keinerlei Ausbildung verfügen, dem entsprechend auch keiner Aufgabe in ihrem Leben nachgehen.
Wir wollen, dass unsere „Mitlebenden“ so schnell wie möglich lernen, Verantwortung zu übernehmen und zu tragen. Der klar strukturierte Tag in der Einrichtung dient diesem Zweck. Ziel ist, den „Mitlebenden“ so realitätsnah als irgend möglich, Leben in Verantwortung „neu beizubringen“. Verantwortung übernehmen heißt: sich den Aufgaben des Lebens zu stellen und diese, nach seinen Möglichkeiten, zu meistern, etwa regelmäßig zur Arbeit zu gehen und an einer Aufgabe kontinuierlich dran zu bleiben, oder auch „nur“ seine eigenen Wohnräume in einem ordentlichen und sauberen Zustand zu halten etc. Für viele unserer „Mitlebenden“ ist dies keine Selbstverständlichkeit.
In diesem Rahmen arbeiten wir mit den örtlichen Sozialverbänden, Kliniken, Behörden und Privatfirmen eng zusammen, um eine möglichst gute Basis für unsere „Mitlebenden“ zu erreichen, auf der sie dann ein selbstbestimmtes Leben führen können.